6. August 2021
Nach langer Zeit gibt es mal wieder neue Musik, diesmal stark von historischen Vorbildern inspiriert, aber wiederum in reiner Stimmung und einem septimalen (7-limit) Tonsystem – d. h. mit Naturseptimen und einer Vielzahl weiterer Intervalle, die sich durch den Einbezug der Primzahl 7 ergeben und die ich musikalisch sinnfällig erfahrbar machen möchte. Die Sarabande ist Teil eines Zyklus kleiner Stücke für Clavemusicum (31-stufiges Cembalo), von dem bereits Aufnahmen der ersten beiden Stücke existieren – Nr. 1 ein Prélude (2019):



Nr. 2 quasi ein Capriccio (2019):



Und nun – Nr. 3 – eine Sarabande (2021):



Die Allemande grave (2021) ist für Viola da Gamba und Clavemusicum geschrieben. Die Viola da Gamba ist mit geteilten Bünden eingerichtet, sodass eine Vielzahl von Tönen abgerufen werden können, weit mehr als mit den 31 Tasten auf dem Cembalo zur Verfügung stehen.

16. Juli 2021
Hier befindet sich mein jüngst in der ZGMTH erschienener Text zu Carl Philipp Emanuel Bachs Fantasien. Das Abstract lautet wie folgt:

Carl Philipp Emanuel Bachs Freie Fantasien werden in der Sekundärliteratur häufig als ›regellose‹, gleichsam irrationale Musik charakterisiert; im 18. Jahrhundert jedoch galten sie ganz im Gegenteil als Musik für Kenner, die den Verstand anspricht und ›intellektuelles Vergnügen‹ bereitet. Dieser Beitrag interpretiert Bachs Fantasien als Generalbassmusik, die die avanciertesten, erstmals von Johann David Heinichen theoretisch dargelegten Techniken der ›theatralischen Harmonik‹ auf die Instrumentalmusik überträgt und auf ungeahnte Weise zuspitzt. Ihr Fundament ist mithin eine hochgradig rationalisierte Harmonik, deren Nachvollzug für die Zeitgenossen ein wesentliches Moment des ästhetischen Erlebens war. Die Analyse ausgewählter Fantasien beabsichtigt, ihre Harmonik zu entschlüsseln und als maßgebliche formgebende Kraft zu bestimmen.

14. Januar 2017
Wer mit der wundervollen Musik J. J. Frobergers noch nicht vertraut ist, kann jetzt auch auf meine soeben erschienene Studie zur Kadenz- und Zeitgestaltung in seinen Allemanden zurückgreifen.

Der Klappentext verspricht:

Der vorliegende Band widmet sich einer auf neuartige Weise intensiven wie historisch fundierten Analyse der Froberger"schen Musik am Beispiel der für sein Schaffen zentralen Gattung der Allemande. Denn ausgerechnet Tanzmusik erscheint bei Froberger auf bis dahin ungeahnte Weise vergeistigt. Und so führt die Auseinandersetzung mit seinen Allemanden durch das Dickicht ihrer elaborierten Satztechnik hindurch über kompositorische Fragen der Zeitgestaltung hin zur Dechiffrierung ihrer existenziellen Dimension, der subjektiven Erfahrung von Zeit und Zeitlichkeit. Aus der Perspektive des Zeiterlebens wird das Phänomen »Tonalität« neu beleuchtet und eine Brücke zwischen Kompositions- und Geistesgeschichte geschlagen, die die Musik Frobergers in einem doppelten Sinne gegenwärtig erscheinen lässt: denn indem sie, um mit den Worten Hannah Arendts zu sprechen, eine »Gegenwart für sich selbst schuf«, ist sie zugleich zeitlos und noch immer aktuell.

4. Januar 2016

Herzlich Willkommen!

Endlich ist es so weit… auch ich habe eine Homepage. Meine letzte reicht zurück in die Jugend. Welch Glück, dass wenigstens ein paar Kompetenzen im Langzeitgedächtnis hängen geblieben sind. Inhaltlich wird sich wohl noch einiges tun – unter Musiktheorie beispielsweise wird nach und nach eine hoffentlich interessante Sammlung an Einführungstexten zu satztechnischen bzw. analytischen Themen entstehen. Unter Kompositionen findet man schon jetzt einen Katalog meiner Werke mit der Möglichkeit, sie anzuhören und Noten(ausschnitte) anzuschauen. Komplette Partituren bzw. Stimmmaterial gibt es natürlich auf Anfrage. Viel Spaß beim Stöbern!